11. Mai 1720 – Baron von Münchhausen

von unserem Korrespondenten Arthur Baron von Aktaion

 

*11. Mai 1720 in Bodenwerder;

† 22. Februar 1797 Bodenwerder, Kurfürstentum Braunschweig-Lüneberg

 

Baron von Münchhausen war ein Superheld des ausgehenden 18. Jahrhunderts, der seinen modernen Nachfolgern aus der Marvel-Comic-Welt in nichts nachstand. Er konnte auf Kanonenkugeln reiten, seine silberne Axt auf den Mond werfen (und wieder zurückholen), sein Pferd an die Spitze eines Kirchturms binden oder sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf ziehen.

Das machte mächtig Eindruck. Und so wurden seine Abenteuer und auch er selbst weltberühmt.

Aber das war Literatur. Mit dem historischen Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen hatte das alles herzlich wenig zu tun. Dieser weit gereiste Adlige vom Gut Bodenwerder zwischen Hameln und Holzminden an der Weser war zwar ein begnadeter Geschichtenerzähler. Aufgeschrieben jedoch hatte er seine Geschichten nie. Das haben andere übernommen und dabei den Freiherrn von der Weser in eine literarische Figur verwandelt – Rudolf Erich Raspe (1785) oder Gottfried August Bürger (1786) zum Beispiel.

Wir gratulieren dem historischen Münchhausen aber heute trotzdem herzlich zum Geburtstag und geben aus diesem Anlass unsere Lieblingsgeschichte vom Ritt über den Teetisch zum Besten:

»Ich war nehmlich einst auf dem prächtigen Landsitze des Grafen Przobofsky in Lithauen und blieb im Staatszimmer bey den Damen zum Thee, indessen die Herrn hinunter in den Hof gingen, um ein junges Pferd von Geblüte zu besehen, welches so eben aus der Stuterey angelangt war. Plötzlich hörten wir wie einen Nothschrey. – Ich eilte die Treppe hinab und fand das Pferd so wild und unbändig, daß Niemand sich getrauete, sich ihm zu nähern, oder es zu besteigen. Bestürzt und verwirrt standen die entschlossensten Reiter da; Angst und Besorgniß schwebte auf allen Gesichtern, als ich mit einem einzigen Sprunge auf seinem Rücken saß, und das Pferd durch diese Ueberraschung nicht nur in Schrecken setzte, sondern es auch durch Anwendung meiner besten Reiterkünste gänzlich zu Ruhe und Gehorsam brachte. Um dieß den Damen noch besser zu zeigen und ihnen alle unnöthige Besorgniß zu ersparen, so zwang ich den Gaul, durch eins der offenen Fenster des Theezimmers mit mir hineinzusetzen. Hier ritt ich nun verschiedenemale, bald Schritt, bald Trott, bald Galopp herum, setzte endlich sogar auf den Theetisch und machte da im Kleinen überaus artig die ganze Schule durch, worüber sich denn die Damen ganz ausnehmend ergötzten. Mein Rößchen machte alles so bewundernswürdig geschickt, daß es weder Kannen noch Tassen zerbrach.«

Produktinformationen

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