Ça sent Kühn Keramik

 

von unserem Korrespondenten Arthur Baron von Aktaion

Ça sent – es riecht!

Wer in den Kühn’schen Duftdosen ein Feuer entfacht, öffnet die Tore zu einer prächtigen Duftkammer. Es riecht nach Zimt und Orange, nach Leder, Zedern und Holz, nach Kölnisch Wasser, nach Bernstein, nach Baumblüte. Eine solche olfaktorische Brandstiftung ist ety- mologisch in jeder Hinsicht konsequent, denn beim guten Geruch ist das Feuer nicht weit: »Parfum«, eine Entlehnung aus dem Französischen, geht auf das lateinische Wort »fumus« zurück: Rauch, Dampf, Qualm.

Düfte aus Grasse & Kerzen aus Deauville

Die Düfte der Serie Ça sent stammen aus Grasse, einem provenzalischen Örtchen, das als Welthauptstadt des Parfums geführt wird, seitdem dort der Alchimist und Apotheker Francesco Tombarelli im späten 16. Jahrhundert die europäische Parfumtradition gegründet hatte. Zu einiger Berühmtheit gelangte Grasse auch als literarischer Ort. Die engen Gassen und Keller sind der Schauplatz für die recht eigenwilligen Duftgewinnungsverfahren des geruchlosen Parfumeurs Jean-Baptiste Grenouille aus Patrick Süskinds Roman 'Das Parfum'.

Von Grasse werden die Düfte nach Deauville entsandt, einem pittoresken Seebad in der Normandie, in dem die junge Coco Chanel im Jahre 1913 ihre erste Modeboutique eröffnete. Dort werden die Düfte in einer kleinen Kerzenmanufaktur mit einer Mischung aus Bienen- und Sojawachs verbunden, in die Kühn’schen Keramikdosen gegossen und schließlich auf die Reise zurück nach Berlin geschickt – auf dass es ordentlich brennen und duften kann.

Keramische Beständigkeit

Wenn die Kerzen ihrem Symbolcharakter für das Vergängliche entsprechen und irgendwann endgültig erlöschen, dann bleiben die schönen Kühn’schen Dosen – ihrer keramischen Beständigkeit sei’s gedankt –, was sie sind: schöne Dosen, die in Verbindung mit verschiedenen Deckelvarianten vielfältig verwendet werden können.

Kurioseste Gegenstände und Gestalten

Und wie bei allen Erzeugnissen der Kühn’schen Keramik sind auch die Außenflächen dieser Dosen eine Bühne für die kuriosesten Gegenstände und Gestalten: Chevalier Esseintes, der Hero auf dem Steckenpferd, Extraordinaire, der kopflose Leser, Madame Oops, die zweibeinige Schubkarre, Leonard, der infantile Mariachi vom Centre Court und die verlassene Corsage der Florentine „The French Kiss“ Osculari.

Herzlich Willkommen in der Kühn’schen Duftkammer!

Wir präsentieren die Kerzen bei Kerzenschein und einem Gläschen Wein

am

Donnerstag, den 6. April 2017
von 18 bis 21 Uhr
Yorckstraße 18, 10965 Berlin